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50. Todestag von Ernesto Che Guevara

Am 7. Oktober besuchen wir das Dorf La Higuera in dem am 8. Oktober 1976 Che Guevara gefangengenommen und am 9. Oktober in der örtlichen Schule erschossen wurde. Dazu ein wenig Geschichte.

 

„CHE“ in Bolivien

Nach der erfolgreichen Kubanischen Revolution 1959 hätte sich der Argentinier Ernesto „Che“ Guevara eigentlich von dem aufreibenden Leben als Revolutionär verabschieden und als Industrieminister, zusammen mit Fidel Castro, die Geschicke Kubas leiten können. Doch das ruhige Leben lag ihm nicht, er verzichtete auf den Ministerposten und ließ sich stattdessen 1966 nach Bolivian einschleusen, um dort gemeinsam mit den gerade streikenden Bergarbeitern eine Revolution vorzubereiten. Mit der Unterstützung Castros hatte Che 44 Guerilleros um sich versammelt, teils Veteranen des Kuba-Kampfes, aber auch Neulinge wie die Ostdeutsche Tamara Bunke. Der Comandante stationierte seine kleine Truppen in den südöstlichen Berghängen der Anden, in der Hoffnung, dort unter den Bauern Mitstreiter zu finden. Doch der Gruppe von Revolutionären gelang es nicht, die verarmten Bauern davon zu überzeugen, für ihre Rechte zu kämpfen. Kein einziger Campesino schloss sich Ches Gruppe an und auch die erhoffte Unterstützung durch die Kommunistische Partei Boliviens blieb aus. In einer seiner Schriften hatte Che Guevara vermerkt: „Diese Art von Krieg ohne die Unterstützung der Bevölkerung verwirklichen zu wollen, ist der Auftakt zu einer unvermeidlichen Katastrophe.“ Und genau die ereilte ihn und seine Truppe. Die Partisanengruppe war auf sich gestellt, die Verpflegungslage schlecht, und da zudem das bolivianische Militär frühzeitig von ihrer Anwesenheit in den Bergen erfahren hatte, waren sie ständig gezwungen, ihr Lager zu wechseln und Scharmützel auszutragen. Binnen weniger Monate war die Gruppe auf 14 Mann zusammengeschmolzen und wurde schließlich von einem Bauern verraten. Die Guerilleros, die man am 8. Oktober 1967 in der Yuro-Schlucht in der Nähe des Dorfes La Higuera festnahm, waren keine strahlenden Helden, sondern abgekämpfte, halbverhungerte Gestalten, die von den ständigen Gewaltmärschen durch die steilen, mit Dornengestrüpp bewachsenen Berge der Region völlig erschöpft waren. Nur einen Tag später wurde Che Guevara ohne Gerichtsverhandlung von einem Feldwebel der bolivianischen Armee erschossen. Nach der Ermordung sollte die Leiche Che Guevaras spurlos beseitigt werden. Um beweisen zu können, dass es sich tatsächlich um den damals schon legendären Che handelte, wurden beide Hände entfernt und in Formaldehydlösung eingelegt. Seinen Körper vergrub man an einer geheimen Stelle neben der Fluglandebahn von Vallegrande. Bis 1997 galt die Leiche als verschollen. Erst 30 Jahre nach Che Guevaras Tod wurden seine Gebeine vom bolivianischen Militär wieder ausgegraben und nach Kuba gebracht, wo Che bei einem Staatsbegräbnis in einem eigens errichteten Mausoleum in Santa Clara beigesetzt wurde. Che Guevara fand zwar damals bei seinem Revolutionsversuch in Bolivien keine Unterstützung, doch heute beruft man sich in Bolivien gerne auf den inzwischen mythisch verklärten Revolutionär.

Er gilt als Vorbild für ganz Bolivien und steht als Symbol für die Regierungspartei MAS. Bei einer Gedenkfeier erklärte Evo Morales: „Den Kampf, den Che begonnen hat, beenden jetzt wir.“

 

Quelle: „Bolivien kompakt“ Reise Know How 

Zu Ehren des 50. Todestages fanden in Vallegrande und La Higuera Feierlichkeiten statt. Sogar Boliviens Präsident Evo Morales besuchte La Higuera und viele Che Fans kamen aus ganz Südamerika, besonders aus Argentinien, Bolivien, Kuba und Venezuela. Da wir zu dieser Zeit in der Nähe waren, haben wir die Gelegenheit genutzt das Fest zu besuchen und in Gesprächen mehr über diesen charismatischen und durchaus auch umstrittenen Revolutionsführer zu erfahren. 

 

Für alle die sich für das Leben von Che interessieren, hier eine wirklich gut recherchierte Biografie.

...und hier noch die Musik zum Film über den jungen Che - Motorcycle Diaries. Danke Horst für den Tipp.

 

 

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Willi und Eva

 

14. Oktober 2017